Botox
Was ursprünglich als natürliches Toxin in der Medizin bekannt wurde, ist mittlerweile zum guten Bekannten für all jene geworden, die den Falten in ihrem Gesicht zu Leibe rücken wollen. Das nunmehr künstlich hergestellte Botulinumtoxin ist in den vergangenen 10 Jahren bei mehreren Millionen Patienten weltweit zur Anwendung gekommen.
Eingesetzt wird Botulinumtoxin (Botox®) insbesondere zur Behandlung der Zornesfalte zwischen den Augenbrauen, den querverlaufenden Stirnfalten sowie den im Volksmund so bezeichneten Krähenfüßen am äußeren Rand der Augen. Injiziert wird der Wirkstoff mit einer Spritze oberflächlich unter die Haut. Dabei wirkt Botox® nach wie vor wie ein Toxin: Es blockiert die sogenannten Nervenrezeptoren, die das Nervensystem mit der Muskulatur verbinden. Dadurch werden diese mimischen Muskeln je nach Dosis nicht mehr oder nur abgeschwächt bewegt, die Haut entspannt und glättet sich in weiterer Folge. Eine Behandlung dauert durchschnittlich 15 Minuten, benötigt keine lokale Betäubung und wirkt etwa vier bis sechs Monate.
Im Laufe der Jahre wurde die Anwendung von Botox® stets verfeinert. Mittlerweile kann die Dosierung exakt auf die noch gewünschte Muskelbewegung abgestimmt werden, die Injektionspunkte sind genau definiert und standardisiert. Neben- oder Spätwirkungen sind aufgrund der vielen Erfahrungen mit der Substanz mittlerweile fast auszuschließen. Nicht angewendet werden sollte Botox® jedoch im Mundbereich, da es hier zu Beeinträchtigungen der Ess- und Sprechfunktionen kommen kann.
Im Zuge der Anwendung gegen Faltenbildung haben Mediziner eine weitere Einsatzmöglichkeit von Botox® entdeckt, die bislang noch wenig verbreitet ist. Oberflächlich unter die Haut der Achselhöhle oder der Handfläche injiziert, verhindert Botox® das weitverbreitete Achselschwitzen. Dabei wirkt die Substanz gleich wie bei der Faltenbekämpfung: Die Nervenübertragungspunkte des sympathischen und damit vom Menschen nicht bewußt steuerbaren Nervensystems zu den Schweißdrüsen werden blockiert.
Da die Haut unter der Achsel sehr dünn ist, kann die Injektion dort beinahe schmerzfrei durchgeführt werden, die Wirkung ist dabei exzellent und hält bis zu einem Jahr an. Pro Achsel sind etwa 20 Injektionen notwendig.
Seltener eingesetzt wird Botox® als Mittel gegen Schwitzen auch auf den Hand- und Fußflächen. Diese Behandlung ist jedoch schmerzhaft, weil Handflächen und Fußsohlen sehr empfindlich sind und eine dicke Haut haben. Deshalb sollte die Behandlung dort unter Lokalanästhesie durchgeführt werden.